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Entstehungsgeschichte des Gemischten Chores „CÄCILA“ Lutten



Vorgeschichte ( die Zeit vor der Gründung des Vereins)



Leider sind die Anfänge unseres Chores nicht genau zu datieren. Wahrscheinlich ist es, dass sich Mitte der 20er Jahres des vergangenen Jahrhunderts Mitglieder des bereits 1892 gegründeten Männergesangvereins zur Gründung eines eigenen Kirchenchores entschlossen. Ein Artikel in der Oldenburgische Volkszeitung vom 30.12.1928 berichtete über „die ausgezeichnete musikalische Gestaltung durch den Sängerchor“. In diesem Bericht wurde ausserdem für eine Mitgliedschaft in einem „Chor für Kirchengesang“ geworben. Anfang 1930 berichtete die OV, dass der Kirchenchor wieder ins Leben getreten sei.

Am 11. November 1931 ist in der Zeitung von der Gründungsversammlung eines neuen Gesangvereins mit Georg Tapke als Präsident, Julius Dammann als 1. Vorsitzenden und Clemens Uptmoor als Kassen-und Schriftführer zu lesen.

Der erste öffentliche Auftritt diese Vereins fand zu Weihnachten 1931 in der Kirche statt, 1932 beim ersten Stiftungsfest trat der Chor als Männergesangverein „CÄCILIA“ auf.

1939 wurden, unter dem Druck der Nationalsozialisten, die beiden Lutter Männerchöre zwangsvereinigt. Es gab zwei Dirigenten, einen für den weltlichen, einen für den kirchlichen Bereich!


Gründung und Entwicklung des Vereins in den Anfangsjahren

 

    Nach dem Tod von Georg Tapke im Jahr 1943 übernahm Aloys Themann die Leitung des Vereins unter der Bedingung, einen gemischten Chor zu errichten. Dies war notwendig, da aufgrund der Ereignisse nicht genügend Männerstimmen zur Verfügung standen. Leider gibt es keine schriftlichen Quellen zu Vereinsgründung. Mal ist von Februar, mal vom Herbst 1943 die Rede. Als Vereinsgründer sind aber neben Aloys Themann auch Julius Dammann, Aloys Kock, Heinrich Kohl, Eduard Kramer, Franz Tebbert und Wilhem Faske genannt.

Der erste Vorstand des Vereins bestand aus Julius Dammann als Vorsitzendem, Aloys Kock als Schriftführer, Gunda Kollhoff (Hartz) als Kassiererin, Aloys Themann als Dirigenten sowie Pfarrer Bernhard Krümpelmann als Präses.


Das Vereinslokal des Chores war bei Bohmann am Bahnhof. Der erste Auftritt des neu gegründeten Chores fand Weihnachten 1943 in der Kirche in Lutten statt. Es wurden zwei Lieder gesungen: „Es ist ein Ros entsprungen“ sowie „Auf Bethlehems Spuren“. Im Jahre 1944 erfolgte der erste öffentliche Auftritt beim Seelenamt zum Volkstrauertag. Nach Ende des Weltkrieges formierte sich der „Männergesangverein von 1892“ neu und es gab wieder zwei Chöre in Lutten. Aber auch im Gemischten Chor „Cäcilia“ entwickelte sich durch die Aufnahme neuer Mitglieder ein reges Vereinsleben. Allerdings war es dem Chor verwehrt, an den Nachkriegssängerfesten teilzunehmen, weil Kirchen- und Gemischte Chöre nicht im Sängerbund „Harmonia zugelassen waren. Die Teilnahme an den Cäcilienfesten der Kirchenchöre, die damals ganztägig stattfanden, bildeten aber einen gewissen Ausgleich.

Am 21.06.1950 hatte der Gemischte Chor „CÄCILIA“ seinen ersten Auftritt als Gastverein beim Sängerbundesfest in Lutten. Ausrichter war der „MGV von 1892“. Aus diesem Jahr stammt der erste Meldebogen für den Deutschen Sängerbund mit der Angabe, dass im Chor 26 Sängerinnen und 29 Sänger aktiv sind.

1953 wurde unser Chor in den Sängerbund „Harmonia aufgenommen. Großen Anteil daran hatte Dirigent Aloys Themann.

1955, der Chor hatte sich mittlerweile in Lutten etabliert, wurde eine Vereinsfahne angeschafft. Spender hierfür waren die St. Jakobus Kirchengemeinde, die politische Gemeinde Lutten, Pastor Völkerding, Franz Tebbert, eine Kirchenkollekte und die Chorkasse. Ebenfalls in diesem Jahr legte Aloys Themann sein Amt als Dirigent nieder – Grund war sein Umzug nach Vechta – und Lehrer Herbert Warnking trat seine Nachfolge an. Unter seiner Regie fand am 07.04.1957 das jährliche Cäcilien-fest in Lutten statt, an de, 11 Kirchenchöre teilnahmen.



Die 60er und 70er Jahre



Neben den den jährlich stattfindenden Cäcilienfesten, an denen unser Chor regelmäßig teilnahm, waren die 60er Jahre besonders durch die Änderungen in der Liturgie und der Einführung des „Gottes Lobes“ geprägt. Für den Chor bedeutete das, deutsche Messgesänge einzuüben.

1967 fand das Sängerfest wiederum in Lutten statt. Ausrichter war der MGV von 1892.

1968 feierte der Verein sein 25-jähriges Jubiläum mit einem Fest im Saale Zurborg. Ebenfalls ab diesem Jahr fanden die Übungsabende in der Gastwirtschaft Kallage statt.


Besonders in den 1970-er Jahren entstanden durch die gesangliche Vielfalt einige Konzerte, die der Chor in Abwechslung mit den musikausübenden Vereinen aus Lutten jedes Jahr veranstaltete.

 

80er- Jahre bis heute


1982 legte Heribert Warnking aus gesundheitlichen Gründen sein Amt als Dirigent nach 26-jährigem unermüdlichen Einsatz nieder. Er hatte einen Laienchor von hoher Qualität geformt, weshalb ihm auch der Verdienstorden des Landes Niedersachsen verliehen wurde. Sein Nachfolger war der Musiklehrer Ludger Hartz. Mit ihm erlebte der Chor einen Höhepunkt in der Vereinsgeschichte mit der ersten Ausrichtung eines Sängerfestes, und zwar des 90. Bundessängerfestes im Jahre 1983. Wiederum wechselte der Dirigent, als Alwin Tepe 1984 die musikalische Leitung des Chores übernahm. Durch sein Engagement und seine Musikalität gelang es, das gesangliche Niveau deutlich zu erweitern. Durch seine gelungene Auswahl der Liedstücke wird dem breiten Musikinteresse der Sängerinnen und Sänger Rechnung getragen. Mit der seit einigen Jahren begonnenen Darbietung von populärer Musik dürfte der Chor auch für Jüngere attraktiv sein. 20 Jahre nach dem letzten, vom Gemischten Chor „Cäcilia“ Lutten ausgeführtem Sängerbundesfestes, trug der Chor 2003 wieder ein Sängerfest aus und feierte gleichzeitig sein 60-jähriges Bestehen.


Mit gut 50 Aktiven kann sich der Chor heute präsentieren und gehört damit zu den größeren Gesangvereinen im Landkreis Vechta. Die Geschicke des Chores werden geleitet vom Vorstand, dem aktuell angehören: Andreas Wegmann als 1. Vorsitzender; Marianne Kossen und Karin Zobel als 2.Vorsitzende, Heinz Nerkamp als Kassenwart, Gabi Bröring  als Schriftführerin und Elsbeth Nowak als Notenwartin.